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Botanischer Garten in Freiburg im Breisgau

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Botanischer Garten in Freiburg im Breisgau

Wer Blumen und Pflanzen mag, dem empfiehlt sich ein Besuch des Botanischen Gartens in Freiburg im Breisgau. Er liegt im Stadtteil Herdern (nördlich des Stadtzentrums). Der Garten ist von außen unscheinbar, beherbergt jedoch im Freiland sowie den vier Schaugewächshäuser (Farnhaus, Tropenhaus, Subtropenhaus und Sukkulentenhaus) etwa 6000 Pflanzenarten. Um dem aktuellen Stand der Forschung zu entsprechen, wird der vorhandene Bestand ständig neu- und umgepflanzt. Der jährliche Austausch liegt dabei bei etwa einem Viertel der Staudenpflanzen und bis zu zehn Prozent der Gehölze.

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Pflanzen schaffen durch Sauerstoff- und Biomasseproduktion die Lebensgrundlage für Menschen und Tiere. Auch in einer hochtechnisierten Welt hängt die Menschheit grundlegend von den Pflanzen ab, die er in vielfältiger Weise nutzt. Sie liefern Nahrung, Kleidung, Medizin und viele Dinge des täglichen Gebrauchs. Im Botanischen Garten Freiburg werden über 250 Nutzpflanzenarten kultiviert. Sie sind in fast allen Bereichen der Anlage vertreten.

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Das Freiland ist nach verschiedenen pflanzengeografischen, systematischen und anderen thematischen Aspekten gegliedert. Der zentrale Bereich umfasst eine Ansammlung von Rundbeeten, die nach einem wissenschaftlichen Stammbaumodell der Pflanzen von 1973 (Phylogenie der Angiospermen nach Takhterjan) angeordnet wurden. Seit den frühen 1970ern hat die Systematik allerdings Riesensprünge gemacht, insbesondere durch den Einsatz molekularbiologischer Methoden. Die damalige Vorstellung von den evolutionären Abläufen, der Untergliederung in die aufgeführten Gruppen, den Verwandschaftsbeziehungen der Gruppen zueinander bzw. der Gruppenzugehörigkeit verschiedener Familien ist mittlerweile überholt.

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Dennoch bietet das System des Botanischen Gartens eine hervorragende Möglichkeit, sich mit dem Thema Systematik der Pflanzen und Entwicklung der morphologischen Merkmale zu befassen. Zudem sind viele Bestimmungsbücher nach wie vor an die älteren Stammbaummodelle angelehnt. Die moderne molekulare Systematik erfordert dagegen alle paar Monate eine Korrektur des Stammbaummodells. Der Botanische Garten Freiburg plant, mittelfristig seinen Besuchern eine jeweils aktualisierte Form des Stammbaums zugänglich zu machen.

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Nutzpflanzen

  • Gleich am Haupteingang findet der Besucher vor den Schaugewächshäusern einen Bereich mit vielen Nahrungs- und Gewürzpflanzen.
  • Im Coniferetum stehen verschiedene Nadelbaumarten (Coniferen). Viele dieser Arten besitzen harzführende Kanäle. Im Falle einer Verletzung quillt das in den Bäumen unter Überdruck stehende Harz heraus und verschließt die Wunden. Es besteht aus einer Mischung aus nicht flüchtigen Kohlenwasserstoffen und ätherischen Ölen. Letztere verflüchtigen sich an der Luft, wodurch es zur Aushärtung des Harzes kommt. Zur Harzgewinnung werden die Stämme von Fichten (Picea abies), Lärchen (Larix sp.), Kiefern (Pinus sp.) oder Tannen (Abies sp.) angeritzt und das austretende Harz wird aufgefangen. Aus diesem Harz (auch Terpentin genannt) wird durch Wasserdampfdestillation das leicht flüchtige Terpentinöl gewonnen, das z.B. in Lacken, Firnissen und Anstrichen verwendet wird. Zurück bleibt Kolophonium, welches als Geigenharz bekannt ist aber auch für Lacke und weitere technische Zwecke eingesetzt wird.
  • Zentraler Bereich (System der Blütenpflanzen): Unsere heutigen Nutzpflanzen stammen aus ganz unterschiedlichen Verwandtschaftsbereichen und sind daher im „System der Blütenpflanzen“ an verschiedenen Stellen vertreten.
  • Alpinum: Gebirgspflanzen sind an extreme Bedingungen angepasst. Sie ertragen Kälte und eine kurze Vegetationszeit, steinigen Boden und Schneelasten. So vielfältig wie das Aussehen der Pflanzen, die Sie hier im Alpinum entdecken können, so vielfältig sind auch ihre Strategien, mit den schwierigen Umweltbedingungen umzugehen.Eine alpine Berühmtheit ist die Echte Arnika (Arnika montana). Die in Deutschland unter strengem Naturschutz stehende Pflanze enthält Helenalin und andere toxische Inhaltsstoffe, die sie vor dem Fraß durch Tiere schützt. Diese zur äußerlichen Anwendung geeigneten Inhaltsstoffe machen sie zu einer viel genutzten Heilpflanze.
  • Weinbeet: Die Weinrebe ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Schon vor ca. 7000 Jahren wurden in Vorderasien, dem Ursprungsgebiet des Weinbaus, Wildreben kultiviert. Von dort aus gelangte die Weinkultur in den Mittelmeerraum und später mit den Römern auch nach Deutschland. Die im Botanischen Garten angebauten Weinsorten gehören zu Vitis vinifera ssp. sativa (soweit nicht anders erwähnt). Doch auch zwischen den wohlgeordneten Rebreihen sind spannende Pflanzen zu finden, die sogenannten „Weinbergskräuter“. An die traditionelle Bearbeitungsweise des Bodens (relativ flachgründige Auflockerung durch Hacken) ist zum Beispiel auch der Färberwaid (Isatis tinctoria) angepasst.
  • Teiche: Die drei Teiche des Botanischen Gartens (davon ein Warmwasserteich) beherbergen exotische und heimische Wasserpflanzenarten sowie eine Vielzahl von Tieren und faszinieren ganzjährig Jung und Alt. Auch hier gibt es einige besondere Nutzpflanzen zu entdecken, die an die Lebensweise in und am Wasser angepasst sind.
  • Heilpflanzenbeete: Schon seit der Steinzeit werde Pflanzen zur Heilung von Krankheiten eingesetzt. Manche von ihnen sind hochgiftig und können bei falscher Anwendung sogar zum Tode führen. Andere hingegen werden auch gerne und gefahrlos als Gemüse oder Gewürz in der Küche verwendet. Im Heilpflanzenbeet des Botanischen Gartens Freiburg finden sich zahlreiche Heilpflanzen, von denen einige außer ihrer Eigenschaft als Heilpflanze noch weiteren Nutzen für den Menschen haben.
  • Sukkulenten-Schaugewächshaus: Das Sukkulenten-Schaugewächshaus bietet Gelegenheit zu beobachten, wie Pflanzen aus unterschiedlichen Verwandtschaftsgruppen in Anpassung an bestimmte Umweltbedingungen ganz ähnliche Formen entwickelt haben (Konvergenz). Die hier ausgestellten Kakteen und Wolfsmilchgewächse und Vertreter anderer Familien haben sich hinsichtlich ihrer Formen, Strukturen und Physiologie an trocken-heiße Standorte angepasst. Die Fähigkeit zur Wasserspeicherung macht einige dieser Arten zu wertvollen Nutzpflanzen.
  • Tropen-Schaugewächshaus: Für uns sind exotische Früchte als Bereicherung unseres Speiseplans nahezu selbstverständlich und auch als Genussmittel ganz alltäglich geworden. Allseits bekannte Beispiele sind Bananen und Kaffee. In großer Vielfalt findet man Gewürze aus aller Welt in fast jedem gut sortierten Supermarkt, und auch die europäische Küche kann heute auf Pfeffer, Vanille und andere von tropischen Pflanzen stammende Aromen kaum verzichten.

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Der erste botanische Garten in Deutschland beziehungsweise in Europa wurde in Padua und Pisa (1545), Leipzig (1580), Jena (1586), Heidelberg (1597) und Gießen (1609) angelegt. Der Botanische Garten der Universität Freiburg wurde 1620 als "Hortus Medicus" an der Stelle des heutigen Stadtgartens als medizinischer Garten zur Beobachtung am Objekt angelegt und im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört. In der Folge wurde das Schicksal des Botanischen Gartens Freiburg durch vielfache Überschwemmungen und Zerstörungen geprägt; über einen langen Zeitraum befanden sich die Gärten an der Dreisam. 1878 wurde er an die heutige Stelle verlegt. Der heutige Botanische Garten kultiviert etwa 6000 verschiedene Pflanzenarten aus aller Welt und erfüllt vielfältige Aufgaben in der universitären Lehre und in der Forschung.